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Wer nicht gelegentlich auch einmal kausalwidrige Dinge zu denken vermag,
wird seine Wissenschaft nie um eine neue Idee bereichern können.

Max Planck

O sole mio

Schüleraustausch der Italienisch-AG in Senigallia

Sonne, sole, gab es reichlich während der Austauschwoche in Italien. Sie hat uns nicht nur an allen Tagen in Senigallia, sondern auch bei den Ausflügen nach Ancona, Fano und Rimini begleitet, ebenso das Thema „Inklusion“, das wir gemeinsam mit unseren italienischen Freunden untersucht haben. Wie wird in unserer Partnerschule mit Kindern und Jugendlichen, die besondere Bedürfnisse haben, umgegangen? Wie gut kommt man, wenn man im Rollstuhl sitzt oder erblindet ist, von Senigallia nach Rimini? Wie fühlt es sich an, blind zu sein und ein Kunstmuseum zu besuchen oder eine Burg zu besichtigen? Dies waren nur einige Fragen, denen wir uns gewidmet und deren Antworten und Ergebnisse wir in einem Padlet zusammengestellt haben.

Aber nicht nur die Sonne und unsere Projektaufgabe, sondern vor allem die Herzlichkeit und Gastfreundschaft unserer Gastfamilien haben uns die Woche über begleitet und sehr berührt. Der Besuch der italienischen Schülerinnen und Schüler in Delmenhorst lag bereit sechs Monate zurück. Entsprechend groß war die Freude über das Wiedersehen. Schnell lebten sich alle in den Gastfamilien ein. Einige unternahmen am Familientag bereits spektakuläre Ausflüge. Auf jeden Fall gaben uns alle Familien das Gefühl, herzlich willkommen zu sein.

Nach dem Familientag am Sonntag ging es am Montag für alle in die Schule. Nach der Begrüßung durch den Schulleiter und einer Schulführung stellten wir gemeinsam im Chemielabor der Schule Seife her. Anschließend stand eine Schnitzeljagd durch Senigallia auf dem Programm sowie die Besichtigung der „Rocca“, der Burg der Stadt, wo wir – passend zu unserem Projektthema – eine Führung „als Blinde“ erlebten, indem wir die Rocca ertasteten. Tocca la Rocca war hier das Motto. Den Tag ließen wir am Strand ausklingen.

Der Dienstag führte uns mit dem Zug in das Museum „Italia miniatura“ nach Rimini, Mittwoch ging es ins Museum Omero nach Ancona. Die italienischen Schülerinnen und Schüler hatten in den letzten Wochen im Kunst- und Deutschunterricht ein Projekt zu diesem Inklusionsmuseum erarbeitet, so dass sie uns fachkundig durch das Museum „führten“. Mille grazie dafür! Am Nachmittag wurde gemeinsam die Altstadt erkundet und Zeit am Strand verbracht.

Der Donnerstag begann mit einem Tischtennisturnier in der Schule. Dann ging es auf den Wochenmarkt, wo einige Aufgaben bewältigt und dabei auch italienische Sprachkenntnis unter Beweis gestellt werden mussten. Nachmittags ging es sportlich weiter: Bowlen in Fano. Ein kurzer Abstecher zum dortigen Strand durfte natürlich nicht fehlen.

Die Zeit verging wie im Flug, und schon war der letzte Tag gekommen: Nach dem morgendlichen Schulunterricht ging es zum Hafen von Senigallia. Dort erfuhren wir mehr über die mythische Gestalt der Penelope sowie ihre tragische Liebesgeschichte und hatten dabei auch Gelegenheit, ausgehend von der Sage, unseren eigenen Gedanken zu den großen Themen wie Liebe, Verlust, Freundschaft, Verrat und Freiheit nachzuhängen und dies anschließend kreativ in einem Gedicht umzusetzen. Eine wunderbare Erfahrung! Abends trafen wir uns alle zu einem gemeinsamen Abschluss am Strand, um bei Pizza und ausgelassener Stimmung auf eine sehr schöne Austauschwoche zurückzublicken.

Wir hatten eine wunderbare Woche in Senigallia – mit viel Sonne, gutem Essen, Zeit am Meer, aber vor sehr vielen schönen Stunden mit unseren italienischen Gastgeberinnen und Gastgebern. Ein ganz besonderer Dank gilt den Gastfamilien, die unsere Schülerinnen und Schüler so herzlich aufgenommen haben. Ebenso danken wir der italienischen Kollegin und Deutschlehrerin Manuela Alesi für die hervorragende Organisation dieser Woche. Nicht zuletzt gilt unser Dank der Europäischen Union: Dank des Bildungsprogramms Erasmus+ war diese Reise für unsere Schülerinnen und Schüler kostenfrei.

Ich freue mich schon auf den nächsten Austausch im neuen Schuljahr. Ci vediamo a Senigllia!

 

Text und Fotos: Dr. Judith Krawelitzki

 

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