„Wer kennt hier Outbound?“ Einige Schüler*innen hoben die Hand. Tatsächlich hat es ein ehemaliger Maxe-Schüler geschafft, ein bekanntes Videospiel zu entwickeln: Tobias Schnackenberg machte vor 15 Jahren sein Abitur am Maxe, lebt in Groningen (Niederlande) und ist mit der Entwicklung von Indie-Games erfolgreich selbstständig.
Am 22. September kam er an die Schule zurück, um Schüler*innen des 13. Jahrgangs von seinem beruflichen Werdegang zu berichten. Nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Fachinformatiker. Neben seiner Arbeit als Projektmanager studierte er an der FOM Hochschule in Bremen Wirtschaftsinformatik und schloss mit einem Master in Digital Media ab. Ab 2019 arbeitete er als Webentwickler in Bremen, machte sich aber bereits 2020 als Spieleentwickler selbstständig. Heute ist er Gründer und Head of Studio von Square Glade Games, das unter anderem „Outbound“ und „Above Snakes“ veröffentlicht hat.
„Outbound“ erschien erst vor Kurzem (im zweiten Quartal 2026), ist auf vielen verschiedenen Plattformen erhältlich und wurde weltweit rund 350.000-mal verkauft. Das Spiel wurde auch auf der Gamescom in Köln vorgestellt, wo Besucher*innen es ausprobierten und sich mit den Entwickler*innen unterhalten konnten. Bemerkenswert ist, dass nur sechs Entwickler*innen mit einem Budget von 750.000 € daran gearbeitet haben (für namhafte Spiele sind meist ein Budget von 1 bis 2 Milliarden € und knapp 6.000 Entwickler*innen vorgesehen). Auch der Verkaufspreis ist aufschlussreich: „Outbound“ kostet bei Steam 25 €, doch nur etwa 11,25 € davon bleiben bei den Entwickler*innen. Der Rest entfällt auf die Plattform (7,50 €) und auf Steuern (6,25 €).
Weiter erzählte Schnackenberg, dass die Entwicklung eines Spiels sehr viel Planung erfordere und dass dafür zahlreiche Dokumente angelegt werden müssten. Das Spiel selbst wird meist in mehreren Programmen entwickelt, so werden beispielsweise „Unity“, „Blender“ und „Audacity“ genutzt. Auf das Konzept folgen zunächst der Prototyp, dann die Demo sowie die Alpha- und Beta-Version; erst danach erscheint das fertige Spiel (Release). Wichtig hierbei ist, dass zwischen den einzelnen Phasen Tester*innen das Spiel auf Spielbarkeit testen und den Entwickler*innen konstruktives Feedback geben, damit das Spiel besser wird und Fehler beseitigt werden können.
Der Vortrag zeigte, dass Berufswege nicht geradlinig verlaufen und dass man offen für neue Wege sein sollte. Auch zeigte dieser Vortrag, wie ein Spiel entwickelt wird, und ermöglichte so einen Blick hinter die Kulissen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Tobias Schnackenberg für den interessanten Einblick und dafür, dass er ans Maxe zurückgekommen ist (wenn auch nur für eine Doppelstunde)!
Text und Foto: Nikita Hubert
Titelbild: Herr Patrick Mühlmeister (links) und Herr Tobias Schnackenberg (rechts)



