Im Juni 2026 besuchte unsere Gruppe vom Max-Planck-Gymnasium Delmenhorst eine Woche lang unsere Partnerschule, die Grundschule Nr. 80 in Wrocław (Breslau). Zuvor hatten sich die Schülerinnen und Schüler beider Schulen bereits online und per E-Mail ausgetauscht. In Breslau konnten sie sich nun persönlich kennenlernen. Ziele waren, die Partnerschaft fortzuführen, die Sprach- und Sozialkompetenzen zu stärken und die Geschichte und Kultur Polens und Deutschlands gemeinsam zu erkunden. Dafür sorgte ein abwechslungsreiches Programm aus Workshops, Museumsbesuchen, Stadtspielen und Familienzeit.
Ankommen und Kennenlernen (8. Juni)
Nach der Ankunft in Wrocław bezogen die deutschen Gäste ihre Gastfamilien und konnten sich von der Reise erholen. Am Nachmittag wurden sie in der Schule offiziell begrüßt. Damit sich die Gruppen besser kennenlernen konnten, wurde im nahegelegenen Park bei sonnigstem Wetter Discgolfstationen aufgebaut und diverse Kennenlernspiele absolviert. Am Deutsch-Polnischen Abend stellten die Schülerinnen und Schüler des Maxes sich, ihre Region und kulinarische Besonderheiten vor.
Geschichte und Versöhnung (9. Juni)
Der Tag stand im Zeichen der deutsch-polnischen Geschichte sowie der religiösen Toleranz. Im Viertel der Vier Konfessionen besuchte die Gruppe die alte Breslauer Synagoge und erfuhr dabei Details zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Breslaus. Bei einer Stadtrallye wandelten die Schülerinnen und Schüler in gemischten Gruppen auf den „Spuren der Toleranz und Multikulturalität in Breslau“.
Respekt, Toleranz und Vielfalt (10. und 11. Juni)
Die Gruppe besuchte am 10. Juni das Erzbischöfliche Museum und nahm dort an einer Führung teil. Dabei ging es um den Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe und die Versöhnung nach dem Krieg. Danach führte ein gemeinsamer Spaziergang über die Dominsel (Ostrów Tumski). Am Nachmittag lernten sich die Gruppen beim Bowling noch besser kennen.
Am 11. Juni erhielt die Gruppe zunächst eine Führung über den alten jüdischen Friedhof Breslaus. Anschließend ging es zum Edith-Stein-Haus, wo die Gruppe sich mit der Lebensgeschichte der feministischen Pionierin und Universalgelehrten Edith Stein auseinandersetzte.
Ausflug nach Kreisau (12. Juni)
Der Höhepunkt der Woche war der Tagesausflug nach Krzyżowa (Kreisau). In der Gedenk- und Begegnungsstätte lernten die Schülerinnen und Schüler die Geschichte der Familie von Moltke und des Widerstands kennen. In Workshops setzten sie sich mit Toleranz und Menschenrechten auseinander.
Zeit in den Familien (13. Juni)
Der Samstag gehörte ganz den Gastfamilien. Die polnischen Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern hatten ein individuelles Programm vorbereitet. So erlebten die Gäste den polnischen Alltag hautnah.
Abschluss (14. Juni)
Nach der Zeit in den Familien arbeiteten die Gruppen in einem kreativ-historischen Workshop zum Stadtteil Brochów („Das alte Brochów mit den Augen der jungen Generation“). Dabei verglichen sie Vergangenheit und Gegenwart und werteten ihre Projektarbeit aus. Beim gemeinsamen Grillen auf dem Schulhof endete das Projekt offiziell. Um 21:10 Uhr trat die deutsche Gruppe die Heimreise an.
Fazit
Die Woche verband die inhaltlichen Themen Geschichte, Toleranz und Menschenrechte mit dem gegenseitigen Kennenlernen im interkulturellen Dialog. Die Schülerinnen und Schüler entdeckten Breslau als Stadt mit einer vielfältigen Geschichte und lernten ihre Austauschpartnerinnen und -partner persönlich kennen. Das vielfältige Programm und die gewohnt herzliche Aufnahme in den Gastfamilien machten den Austausch zu einem echten Erlebnis für alle.
Im Februar folgt der Gegenbesuch der polnischen Gruppe in Delmenhorst unter dem Motto „Gesundes Europa“.
Text & Bilder: Johannes Everding & Julia Klossek






